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Sonntag, 14. September 2008

Mein zweiter Ärmelkanal-Versuch, 11. Sept. 2008 - Photos und lange Geschichte

im Moment noch auf dem englischen Blog




Noch einige Kilometer von der französischen Küste entfernt - in einer grauen Weite, kurz vor der Unterkühlung, gefangen in der Strömung (groß klicken, dann kann man das schwankende Boot und den kleinen Schwimmer daneben besser erkennen)

Samstag, 13. September 2008

Unterkühlung nach 13 h 40 min.

Nur ganz kurz - mehr später:

Ist er zu stark, bist du zu schwach! Nach 13 Stunden 40 Minuten musste ich aus dem Wasser geholt werden, weil Unterkühlung (blaue Lippen, unklare Aussprache, Verlangsamung des Schwimmens) drohte, die lebensgefährlich sein kann. Der Schwimm durch die Nacht selbst war kein Problem: die Wellen halfen die meiste Zeit, es war sehr friedlich, das Begleitboot gab Sicherheit, aber die kalte Luft (15°C, Wasse17°C) verstärkte den Kälteeffekt des Wassers - und ich war 7 kg leichter als 1985 und ein paar Jährchen älter. Beim Hafentraining bei Tage war die Kälte kein Problem gewesen, auch nicht bei 7-Stunden-Schwimms.

Anyway - ganz, ganz herzlichen Dank an alle, die mich unterstützt, für uns gebetet und an uns gedacht haben!

Das Projekt geht weiter, es war eine Erfahrung auf dem Weg zum Ziel! Der Kanal wird immer da sein, heißt es in Dover.

Meine Helfer, die uns mit dem Van in Calais abholten, halfen mir, das Ganze gut zu verarbeiten und happy gemeinsam nach Hause zu fahren. Wir planen schon für nächstes Jahr!

Donnerstag, 11. September 2008

Now

Ueberraschung als ich aus dem Wasser kam vom Trainingsschwimm: heute abend um 8 Uhr geht es los, einen Tag frueher als erwartet. Das ist Channel-Swimming. Keine Zeit fuer mehr.

Der Wind ist (hoffentlich) mit uns - viele gute Wuensche auch.

See you in Heidelberg!

Mittwoch, 3. September 2008

Zurück nach Dover für die Tide vom 7.-12. Sept.

Mehr auf: www.channel-triathlon.blogspot.com

Nach ein paar intensiven letzten Trainingseinheiten - einem 200 km Bike-Ride am 24.8. Richtung Nürnberg zur Geburtstagsfeier meiner Mutter und einem letzten Wochenende mit zwei 7-Std.-Schwimms im See am 30./31.8. (Fotos) - mache ich mich jetzt bereit, am Sonntag wieder nach Dover zurück zu kehren, um hoffentlich gegen Ende dieser Tide, um den 10./11./12. eine Schwimm-Chance zu bekommen. Alle anderen Triathlon-Vorbereitungen werden auf den letzten Stand gebracht (Automiete, Food, Helfer etc.)

Alison. mein "pilot", hat noch eine Staffel und 2 Schwimmer vor mir, aber sie würde mir helfen, einen Ausweich-Piloten zu finden, wenn es eng wird.

Im Moment schaut es nicht besonders gut aus, bis Montag wird wohl keiner schwimmen können, ein Tief hängt fest über England, und die Hochdruckgebiete, die immer wieder versuchen, von Südwesten nach oben zu gelangen, werden ständig abgedrängt. Aber wer weiß - oft ändert sich das Wetter innerhalb weniger Tage, und dann heißt es, bereit zu sein, sonst ist die Chance verpasst.



Wetterkarte für Samstag, den 6.9., offiziell erster Tag der nächsten Tide: ein Hochdruckgebiet ist wieder mal in den Startlöchern, aber ob es sich gegen die Tiefs von drei Seiten durchsetzen kann, und wenn ja, für wie lange, das ist die Frage!

Was, wenn es jetzt nicht klappt? 21.-27. Sept. wäre noch eine Tide, aber daran möchte ich jetzt nicht denken. Die Nächte werden länger - ungünstig fürs Biken, das ca. 40-45 Stunden dauern wird, mit Pausen etc., die Frage der Helfer würde sich neu stellen, das Kältetraining geht noch mehr verloren, die Geschichte würde noch teurer werden und irgendwann sollte ich mich auch wieder mehr aufs Arbeiten konzentrieren!

Bitte Daumen drücken! Nächster Eintrag wahrscheinlich von Dover, wenn man mehr über die folgenden Tage sagen kann.

Sonntag, 18. Mai 2008

Bike Brüssel-Mainz (15.-17.5.) nach World Harmony Run am Europäischen Parlament (14./15. Mai)



World Harmony Run-Enthusiasmus und Freundschaften schließen an der Grundschule Claire Joie in Brüssel





Der Empfang des World Harmony Run am Europaparlament in Brüssel inklusive Besuch einer Brüsseler Grundschule mit der Fackel war eine gute Gelegenheit, die Radstrecke von Brüssel nach Bingen/Mainz zu testen bzw. genauer festzulegen.

Nach einigen eindrücklichen und inspirierenden Stunden am Parlament und bei den Kindern der Claire Joie Grundschule, die eigens eine Aufführung für uns einstudiert hatten, schwang ich mich am Donnerstag Mittag auf mein schon etwas älteres Bike, Regensachen und nur das Allernötigste an Kleidung zum Wechseln im Rucksack, verabschiedete mich von meinen Freunden, die mit dem Auto direkt zurückfuhren, und machte mich auf die drei Etappen-Tour: bis zum Abend nach Aachen (ca. 137 km), Übernachtung in der Jugendherberge, am nächsten Tag weiter über Düren, Nörvenich, Bonn (nicht ohne einige Adrenalinstöße dank Stadttunnel Bonn und radtechnisch unbrauchbarer B9) schließlich den Rhein-Radweg entlang nach Koblenz (ca. 135 km), Übernachtung in der einmalig gelegenen Jugendherberge auf der Festung Ehrenbreitstein, und am Samstag gemütlich den landschaftlich wunderschönen Rest nach Mainz (ca. 117 km), von dort mit dem Zug nach Heidelberg.

Es war ein einmaliges Erlebnis. Belgien ist ein Paradies für Radfahrer - überall der Straße entlang, ob im Ort oder außerhalb, fand ich Radwege in bestem Zustand. Deutschland war überraschend gut ausgestattet, aber an vielen Stellen war doch zu spüren, dass Radfahrer hier Menschen zweiter Klasse sind - hohe Bordsteine, Ende in einer Baustelle ohne Vorwarnung, Kiesbelag etc.

Von der Landschaft her ebenfalls einmalig. Belgien ist wie ein großer Park, der sich, zumindest von Brüssel nach Aachen, radfahrerfreundlich in sanften Hügeln erstreckt. In den Verkehrsinseln bei Tervuren wachsen bis zu 5 Meter hohe Rhododendron-Sträucher, in den Parks, Gärten und Alleen strahlen riesige alte Bäume - Kastanien, Buchen, Eichen, Weiden oder Exotisches - eine erhabene Ruhe aus, dazwischen gepflegter Rasen, Teiche und Rhododenren über Rhododenren, wie kleine Wälder. Dann die kleinen, gepflegten belgischen Häuser, die wie eine Mischung aus englischer, holländischer und norddeutscher Architektur anmuten, mt dunkler Klinkerbauweise, weißen Verzierungen, und den zahllosen schmalen Schornsteinen englischer Arbeitersiedlungen. Zwar bin ich schon mehrfach mit dem Auto durch Belgien gefahren, aber mir war nie bewusst geworden, wie schön und gepflegt das Land ist! Mit dem Rad kommt man viel unmittelbarer mit Land und Leuten in Berührung.

Ein Blick in die belgische Geschichte machte mir zuhause jedoch wieder bewusst, wie kurz erst dieser friedliche Zustand in einem Land besteht, das selbst stark durch kulturelle Spannungen geprägt ist.

Das Wetter hatte es wieder gut gemeint. Der für Donnerstag und die nächsten Tage angekündigte Regen verschonte die Zeremonie am EU-Parlament, und auch als ich gegen 13 Uhr losfuhr, hörte es nach einigen wenigen Tropfen sofort wieder zu regnen auf. Die Wege waren meist feucht, doch bis auf das für 17 Uhr angekündigte Gewitter mit Platzregen, das bei Borgloon pünktlich eintraf, mir aber noch Zeit ließ, in einem kleinen Bistro Zuflucht zu suchen, wo ich einen der besten Vegi-Burger jemals und ein riesiges Vanille-Eis mit Sahne genoss, hielt sich der Regen fern. Die dunklen Wolken entluden sich entweder hinter mir oder vor mir. So gelangte ich trocken ins nasse Aachen, und als ich mich nach dem Einchecken noch mit einem Cappucchino in den überdachten Hof setzte, trommelte wieder der Regen.

Der nächste Tag ließ mich ebenfalls trocken, und es wurde sogar sehr sonnig. In Koblenz das gleiche Spiel wie in Aachen, nur setzte der Regen erst spät nachts ein, nachdem man den spektakulären Ausblick von der Festung auf die wie Diamanten funkelnde Stadt und die dunkle Rheinschleife am Spätabend noch in Ruhe genießen konnte.



Festung Ehrenbreitstein mit der Jugendherberge

Am nächsten Morgen Start in Koblenz bei stark bewölktem Himmel - und auf einmal brach wieder die Sonne durch einen engen Wolkenspalt - wie eine Ermutigung, sich nicht von widrig erscheinenden Umständen beeindrucken zu lassen. Wieder war die ganze Strecke trocken, obwohl Regen gemeldet war. Ich konnte die letzten Rhein-Kilometer in aller Ruhe genießen. Gegen 20 Uhr am Samstag war ich wieder in Heidelberg. Kurz nachdem ich das Fahrrad in die Garage gestellt hatte, begann es zu regnen. Nehmen wir es als günstiges Omen für August!

Nicht nur das Wetter, auch meine Beine waren brav - trotz reduziertestem Radtraining in den letzten 6 Monaten ging es erstaunlich gut. Natürlich spüre ich heute meine Oberschenkel, und es ist mir auch klarer bewusst geworden, auf was für eine Herausforderung ich mich da tatsächlich eingelassen habe (200 km von Calais nach Brüssel kommen noch dazu, und dann ohne Übernachtung auf der Radstrecke, nur mit kurzen Pausen wenn die Müdigkeit überhand nehmen sollte, und das Schwimmen davor...) - aber die Zuversicht ist auch gewachsen, dass der Kanal-Triathlon realistisch machbar ist und wie eine eigene innere Dynamik entwickelt, sich zu manifestieren. 560 km war ich ja bei zwei Dreifach-Ironman schon am Stück gefahren (2000 und 2003). Das Schwimmen vorher wird jetzt natürlich anstrengender, dafür aber ist die Laufstrecke danach kürzer (80 km)...

Am Samstag steht noch der Mannheim-Marathon an, dann gehört die Konzentration zunehmend dem Schwimmen. Der erste Dover-Dip ist sinnvollerweise auf Juni verschoben.

Samstag, 8. März 2008

Willkommen! Der Count-Down läuft!

Willkommen auf meinem neuen Blog zum Ärmelkanal-Triathlon Dover-Heidelberg!

Noch 5 Monate bis zu meinem großen Event, das für August geplant ist, höchste Zeit, den Weg dorthin ein wenig festzuhalten.
Mein Boot ist gebucht für die Tide vom 7.-16. August, mein "Kapitän" ist die "Queen of the Channel", Alison Streeter persönlich (43 Ärmelkanalüberquerungen!) - . Mit jedem Schwimmzug wächst die Vorfreude auf Dover!

Nach dem 12-Stunden-Schwimmen im City-Hallenbad Zürich am 24.2.08 (27,2 km, relativ locker) ist die nächste längere Ausdauer-Einheit der 6-Stunden-Lauf in Nürnberg am kommenden Samstag, den 15. März, der übrigens schon lange ausgebucht ist. Bei der inspirierenden Atmosphäre der Sri Chinmoy Marathon Team Events kein Wunder. Selbst meine Eltern, die meistens gegen Ende vorbeischauen, um Becher aufzusammeln, an der Verpflegungsstation zu helfen oder mich bei der kurzen Bergaufstrecke ein Stück anzuschieben, sind immer ganz begeistert und fasziniert, was die LäuferInnen dort so leisten.

Foto unten: 12 Stunden-Schwimmen im City Hallenbad von Zürich, am 24.3.2008